Die Kunst, einen Drachen zu reiten

Erfolg ist das Ergebnis deines Denkens

Bestsellerautor Bernhard Moestl zeigt, wie zentral die Macht der Gedanken für unser Dasein ist. Jeder Mensch lebt in der Wirklichkeit, die er sich durch seine Gedanken selbst erschaffen hat und nur durch die Kraft des eigenen Denkens kann diese Realität verändert werden; zum Positiven wie zum Negativen.

Ob Meinungen, Glaubenssätze, Mut, Furcht, Liebe Hass oder Zorn: Alles, was körperlich existiert, ist das Produkt unseres Denkens. So auch die Qualität unseres Lebens. Selbst Gefühle und Emotionen werden durch das Denken geschaffen und können vom Denken kontrolliert werden.

Natürlich muss man das Denken üben wie jede andere Fertigkeit auch.

„Das Glück deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab“ (Marcus Aurelius)

Angenommen, Sie können etwas. Gleichzeitig denken Sie aber, dass Sie es nicht können. Können Sie es dann? Gleich, wie Sie diese Frage beantworten, wieso kommen Sie in diesem Fall zu glauben, dass Sie es nicht können? Ist es die Stimme in Ihrem Hinterkopf, die sich immer im unpassenden Moment mit genau solchen Ideen zu Wort meldet? Darf ich vorstellen: Ihr Drache. Von sich aus weder gut noch böse ist er das, was Sie aus ihm machen.

Person A weiß um ihre Fähigkeiten, packt das Problem an und ist eine Runde weiter. Person B hingegen hat die Stimme ihres Drachen im Kopf, der ihr sagt, dass sicher schon klügere Menschen an dieser Aufgabe gescheitert seien. Sie versucht es erst gar nicht und scheidet aus. Nicht wegen mangelnder Fähigkeiten, sondern einzig und allein wegen des Mangel im Denken. Schließlich arbeiten unsere Gedanken viel öfter gegen uns als für uns.

Wie alles im Leben, das man richtig beherrschen möchte, muss man nämlich auch das Denken üben. Unsere Gedanken sind unser Schicksal. Das ist eine Gesetzmäßigkeit, er sich keiner entziehen kann, aber gleichzeitig eine wunderbare Chance ist.

„Nicht die Dinge selbst, sondern nur unsere Vorstellung von den Dingen machen uns glücklich oder unglücklich.“ (Epiktet)

Strategie der eigenen Wirklichkeit

Wirklichkeit entsteht im Kopf. Jeder lebt in seiner eignen Wirklichkeit. Man könnte auch sagen, dass die Tatsachen Zutaten zu einem Kochrezept sind und die eigene Wirklichkeit das, was jeder daraus kocht.

Du bist, was du denkst.

Gedanken sind die Schöpfer unserer Wirklichkeit. Das erkennt man daran, dass wir immer dort sind, wo wir mit unseren Gedanken sind. In unserem Kopf entsteht eine Theorie, an der wir unseres weitere Denken und Handeln ausrichten. Denken erschafft Wirklichkeit. Die Wirklichkeit im Kopf muss überhaupt nichts mit Tatsachen zu tun haben. Weiter gedacht, bedeutet das natürlich auch, dass die Frage, wie es Ihnen geht, am meisten davon abhängt, wie Sie wollen, dass es Ihnen geht. Tatsachen können Sie oftmals nicht ändern.

Die Dinge nehmen, wie sie sind.

Strategie der Selbstverantwortung

Sich als Mittelpunkt der eignen Welt begreifen

Sich selbst wichtig zu nehmen bedeutet ja nicht, anderen Menschen den Respekt zu versagen. Es bedeutet aber sehr wohl, Entscheidungen, die einen selbst betreffen, zuallererst mit sich selbst abzustimmen.

Verantwortung für sein Handeln übernehmen

Für Ihren eigenen Ärger verantwortlich sind natürlich, und das weiß niemand besser als Ihr Drache, die „anderen“.

Selbstverantwortung dauert ein Leben lang und heißt handeln

Glücklich zu sein ist genauso eine Lebenseinstellung wie unglücklich zu sein. Nur scheitert das Glück vieler Menschen daran, dass diese gar nicht wissen, wie ihr persönliches Glück denn eigentlich aussieht. Solange Sie sich dieses Umstandes nicht bewusst sind und Ihre Wünsche ausdrücklich formulieren, gewinnen die „anderen“.

„Es ist müßig über vergossene Milch zu klagen.“ (aus China)

Strategie der Bedingungslosigkeit

Erkenne, dass Du manches einfach nicht ändern kannst.

Schafft man das Wort „wenn“ in der Welt ab, so gewinnen wir viel Kraft. Kraft, die dann für wirklich wichtige Dinge da ist. Das wirklich schlimme am Wort „wenn“ ist, dass es Sie fast augenblicklich unglücklich macht. Sie sind dabei so stark mit der Vergangenheit verhaftet, dass das Leben der Gegenwart Stunde um Stunde an ihnen vorbeizieht. Es ist ein Irrglaube, dass Dinge zumindest so bleiben, wie sie sind, wenn wir sie nur ertragen und nichts ändern.

Nicht ständig zu überlegen, was wir nicht haben, sondern zur Ruhe zu kommen und uns einmal bedanken für alles, das es in unserem Leben gibt. Es scheint in der Natur unseres Drachen zu liegen, dass er Dinge, die ihm nicht gefallen viel intensiver wahrnimmt als jene, die ihm Freude machen.

Das Leben ist nun einmal nicht so, dass Dinge verschwinden, nur weil wir wegschauen und so tun, als gäbe es sie nicht.

Schließlich können wir nur ändern, was wir auch bereit sind anzunehmen und nicht was wir verleugnen. Wichtig ist, dass wir lernen, mit Umständen und Situationen, die uns belasten, bewusst umzugehen, und uns selbst in jeder Situation die Freiheit geben, alles so anzunehmen, wie es wirklich ist. Dazu gehört, ohne Widerspruch und ohne Wertung zuzuhören.

Kritik als Chance zum Lernen begreifen. Ausweichen ist vielleicht bequem, aber alles andere als klug.

Die Strategie der Wachsamkeit

Das beste Mittel, um getäuscht zu werden, ist, sich für schlauer zu halten als andere.

Die Grenzen unseres Denkens sind auch die Grenzen unserer Vorstellung. Das ist insofern problematisch, als wir nichts schaffen können, von dem wir uns nicht vorstellen können, dass es möglich ist.

„Probleme“, hat der Physiker Albert Einstein gemeint, „kann man nicht mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“

Ähnlich den Zitaten beurteilen wir nämlich auch Informationen und Empfehlungen unterschiedlich, je nachdem, woher sie kommen. Wer Informationen an Ihrem Denken vorbei bringt, der kann sie manipulieren.

Die Strategie der Wechselwirkung

Erkenne, dass nie andere etwas mit dir tun, sondern immer du selbst es geschehen lässt.

Die Wortbedeutung entsteht erst im Kopf

Zunächst ist es nur eine Aneinanderreihung von Buchstaben, die durch Wechselwirkung zum Leben erweckt wird. Worte sind von sich aus bedeutungslos und erhalten Ihren Sinn und auch Ihre Kraft erst durch das Prinzip der Wechselwirkung. Wir verbinden mit den Worten jene Assoziationen, die uns von anderen Menschen in deren Interesse vorgegeben werden.

„Sei dir dessen bewusst, dass dich derjenige nicht verletzen kann, der dich beschimpft oder schlägt; es ist vielmehr deine Meinung, dass diese Leute dich verletzen. Wenn dich jemand reizt, dann wisse, dass es deine eigene Auffassung ist, die dich gereizt hat. Nimm dir Zeit zum Nachdenken, dann wirst du die Dinge leichter in den Griff bekommen.“

Nicht vergessen: Ihr Gehirn steuert sowohl Ihre Gedanken als auch Ihren Körper.

Wenn Sie einen Menschen so richtig ablehnen, haben Sie dann großes Interesse daran, dass es diesem gut geht und erzielen gute Ergebnisse? Auch dies ist eine Sache der Wechselwirkung. Aus diesem Grund haben viele Menschen wenig Interesse an einer Zusammenarbeit mit sich selbst.

Die allerwichtigste und mächtigste Form der Wechselwirkung ist aber jene zwischen unserem Denken und dem, was daraus wird.

„Löse das Problem, nicht die Schuldfrage.“ (aus China)

Die Strategie der Enthaltsamkeit

Enthaltsamkeit ist oft der einzige Weg, keine Energie zu verlieren, so sind Schuldzuweisungen unnütze Zeiträuber. Die meisten Menschen machen einen Fehler, ärgern sich darüber und suchen im gleichen Augenblick jemanden, den sie dafür verantwortlich machen können.

Wladimir Lenin hat, nach seinen Gründen für seinen Erfolg befragt, geantwortet: „ In erster Linie habe ich stets die Regel befolgt, mir deprimierende Gedanken fernzuhalten.“

Denken Sie immer daran, dass die Energie, die Sie für unerfreuliche Gedanken aufwenden, Sie nicht nur schwächt, sondern auch woanders fehlt. Und versäumen die wahren Chancen im Leben!

Die Strategie der Anziehung

Möchten Sie von Menschen umgeben sein, die voller Zuversicht und Freude im Leben stehen, dann müssen Sie nur genau dieses Gefühl selbst aussenden.

Geben Sie lähmenden Zweifeln keinen Raum.

„Achte auf deine Gedanken, denn sie werden deine Worte. Achte auf deine Worte, denn sie werden deine Taten. Achte auf deine Taten, denn sie werden deine Gewohnheiten, Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden dein Charakter. Achte auf deinen Charakter, denn wer wird dein Leben.“ (Talmud)

Strategie der Veränderung

Erkenne, dass jede Möglichkeit zur Veränderung ausschließlich aus deinen Gedanken kommt.

Jede Veränderung braucht ein Ziel und das innere Wissen, dass dieses auch erreicht werden kann. Dass aber gerade diese beiden Dinge fehlen, ist der Grund, warum die meisten Veränderungen scheitern und am Ende alles beim Alten bleibt. Wir warten auf einen Impuls von außen, auf eine Aufforderung, etwas zu tun.

Was ist Ihnen durch das Nichthandeln entgangen? Stehen Sie jetzt auf und tun Sie alles, was notwendig ist! Die Aufgabe besteht darin, sich das gewünschte Ergebnis ganz genau vorzustellen. Die Vorstellung, sagte Albert Einstein, ist alles. Es ist eine Vorschau dessen, was das Leben bringen wird.

„Habe den Mut, deine Erkenntnisse in deinem eigenen Leben anzuwenden, und du bekommst Flügel.“ (Jeremy A. White)

Die Strategie der Macht

Jegliche Macht beruht auf Anerkennung. Kein Diktator kann befehlen, wo ein Wille, ihm zu gehorchen, nicht vorhanden ist. Wahre Macht erhalten wir durch Zuwendung.

Macht an sich ist grundsätzlich weder gut noch schlecht, sie ist schlicht notwendig. Sei ist ein Ordnungswerkzeug der Natur. Entweder wir üben sie aus, oder sie wird an uns ausgeübt. Das Geheimnis wirklicher Macht ist nicht, den falschen Personen zu drohen. Es besteht darin, die richtigen Menschen zu loben. Macht hat, wer sich seiner Wirkung auf andere und seiner Fähigkeiten, diese zu beeinflussen, bewusst ist.

Weil nun Macht etwas ist, was ausschließlich in unseren Gedanken entsteht, sind es auch wir selbst, die anderen die Möglichkeit geben, Macht über uns auszuüben.

Die Strategie der Furchtlosigkeit

Gerade in ohnehin heiklen Situationen führt Angst oft zu Fehlen. Vor lauter Furcht, Fehler zu machen, machen wir gerade welche. Erkenne, dass Respekt vor einer Situation sinnvoll, Angst in einer Situation eher gefährlich ist.

Angst ist die Feindin der Vernunft. Angst ist ein Teufelskreis. Ziehen Sie rechtzeitig die Angstbremse. Überlegen Sie nicht, was auf keinen Fall passieren darf. Denken Sie ausschließlich Gedanken, die Sie weiterbringen.

Die Strategie der inneren Ruhe

Lerne, dass deine Ruhe und Gelassenheit nur in dir selbst liegen. Machen Sie sich klar, dass Ihr Ärger wie jede andere Kraft in Ihnen selbst entsteht. Das können Sie nicht verhindern. Wenn Sie ihn aber nicht annehmen, wird er wieder verschwinden.

In der Natur gibt es weder Belohnung noch Strafen. Es gibt nur Konsequenzen. Verwenden Sie Ihre Energie dafür, Ihre Ziele zu erreichen. Das lähmende Gift der Unzufriedenheit.

Anstatt unser Energie darauf zu verwenden, Ziele zu erreichen, verbrennen wir sie hier und da in kleinen Stücken. Stress kommt nur zu denen, die ihn rufen. Lassen Sie ihn also, wo er ist.

„Wer A sagt, der muss nicht B sagen. Er kann auch erkennen, dass A falsch war.“ (Brecht)

Die Strategie des selbstbestimmten Handelns

Erkenne, dass du deine Gedanken niemals von Emotionen kontrollieren lassen darfst.

Mann kann einen aus Zorn agierenden Menschen mit einer sehr hungrigen Person vergleichen, welche die Flamme am Gasherd so groß als möglich aufdreht, der aber dann bei halbgarem Essen die Flamme ausgeht. Am Ende ist sowohl das Essen und die Energie verloren und der Mensch bleibt hungrig.

Unkontrollierte Emotionen bringen noch viel weitreichendere Probleme mit sich. Zorn überlagert Ihr Bauchgefühl. Es ist wichtig, Gedanken und Gefühle zu trennen. Nur im Denken können wir etwas verändern. Was Sie nicht als persönlich verstehen, kann Sie auch nicht persönlich treffen.

Denken Sie nicht „ich muss“, denken Sie „ich tue“. Lassen Sie sich nicht ablenken und verwenden Sie Ihre ganze Energie darauf, das Ziel zu erreichen. Es wird werden, wie es werden soll.

Epilog

Fragen Sie nicht, ob Sie Ihre Ziele erreichen können, sondern ergründen Sie, wie Sie es schaffen können. Vergessen Sie einen nicht: Das wirkliche Geheimnis von Glück und Erfolg ist das Bewusstsein von Glück und Erfolg. Falls Ihnen genau das fehlt, fragen Sie doch Ihren Drachen danach.

(Quelle:  Bernhard Moestl: Die Kunst, einen Drachen zu reiten, Knaur)

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Autor: - Datum: Sonntag, 27. November 2011 12:36

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